«Coronavirus» - Silvan Wicki und Valentina Rosamilia von Verschiebungen hart getroffen!

30.03.2020 17:05  | Seraina Ummel (seraina.ummel@btv-athletics.ch)

Zurzeit folgt eine Hiobsbotschaft die nächste und doch kommen sie in der momentanen Situation nicht völlig unerwartet: Mittlerweile wurde die Olympiade auf das Jahr 2021 und die U18-EM in Rieti (ITA) auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit ist klar: Die grossen, lange geplanten Saisonhighlights von Silvan Wicki und Valentina Rosamilia fallen weg. Wie gehen die beiden damit um?

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Silvan Wicki und Valentina Rosamilia treffen die Wettkampfabsagen hart (Bild: athletix.ch / Swiss Olympic)



Silvan Wicki - Olympiade in Tokio (JPN)


In der zweiten Ausgabe des Vereinshefts, im Jahr 2017, titelten Silvans Worte einen doppelseitigen Beitrag über ihn: „Olympia in Tokio 2020 - Dort will ich hin!“. Bereits damals war für das Sprinttalent klar, dass die Teilnahme an den Olympischen Spielen ein Höhepunkt in seiner Sprintkarriere bedeuten soll. Den grossen Hoffnungen wurde in den vergangenen Tagen ein jähes Ende gesetzt: Die Olympischen Spiele wurden auf das Jahr 2021 verschoben. Damit sind sie zwar nicht vom Wettkampfkalender gestrichen, doch mit ihr fällt ein grosses Ziel von Silvan Wicki in diesem Jahr einfach weg. Um dies mental zu verarbeiten, hat er zumindest einen Vorteil gegenüber anderen Athleten: Es ist nicht das erste Mal in seiner Karriere, dass er von einer "Krankheit" brüsk ausgebremst wird. Die vergangene Outdoorsaison beendete der amtierende Hallen-Schweizermeister im August wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Und nun macht ihm das Coronavirus einen Strich durch die Wettkampfplanung. Er sagt dazu: „Die Verschiebung der Olympischen Spiele war der einzig logische Schritt in dieser Situation. Damit kann ich leben. Sie sind ja schliesslich nicht gestrichen. Ich hoffe noch auf die Austragung der EM, obwohl ich Internationales in dieser Saison als eher unwahrscheinlich erachte.“ Wie behält man als Leistungssportler da den Fokus? „Ich bin zurzeit gut aufgestellt. Man muss nur aufpassen, dass man die Motivation nicht verliert, was aber mit jeder weiteren Saisonverzögerung schwieriger würde. Ich mache einfach weiter so wie immer - im Rahmen des Möglichen“, sagt Silvan. Sein Krafttraining kann er zurzeit wie gehabt durchführen. „Lauftrainings mache ich oft auf Wegen oder vereinzelt mal auf einer Aussenanlage. Es funktioniert im Moment eigentlich ziemlich gut so“, sagt Silvan. Er sieht aber auch Probleme: „Aufbauen lässt sich sogar ziemlich viel. Problematisch wird es aber, wenn das noch bis Mai oder Juni so weitergehen muss. Dem Körper tun diese Asphalt-Trainings auf Dauer nicht gerade gut und zum Sprinten ist es draussen momentan auch meistens zu kalt. Sich in Höchstform zu bringen, wird so eher schwierig.“ Silvan rechnet mit noch weiteren Verschiebungen: „Ich wäre schon froh, wenn wir noch die zweite Saisonhälfte bestreiten könnten bzw. wenn überhaupt noch Wettkämpfe stattfinden würden.“ Ziele stecke er sich daher vorerst keine: „Ich trainiere, so gut ich kann und wenn bzw. falls Wettkämpfe stattfinden, hole ich das Bestmöglichste heraus - Es ist nicht das erste Mal, dass ich improvisieren muss“, sagt Silvan.

Valentina Rosamilia - U18-EM in Rieti (ITA)


Die schweiz-italienische Doppelbürgerin erlebt das Drama um das Coronavirus in Italien zurzeit hautnah: Sie lebt seit Ende Januar im Rahmen eines Austauschsemesters in Rom bei einer Gastfamilie und damit im vom Virus stark gebeutelten Land. Valentina darf ihr Zuhause in Italien ausser zum Einkaufen nicht verlassen und darf sich nicht weiter als 200m von ihrem Wohnort entfernen. „Zum Trainieren ist das natürlich schwierig. Ich kann leider nicht mehr schwimmen, aber Leichtathletik kann ich glücklicherweise noch ganz normal trainieren, da ich ein Leichtathletikstadion direkt neben meinem Haus habe. Velofahren und Krafttrainings mache ich zu Hause“, erzählt Valentina. Sie nutzt die Zeit zudem, um kreative Sachen zu machen, die sonst zu kurz kommen und unterhält sich mit ihrer Gastschwester Eleonora. Ihre Schulkollegen sieht sie beim Online-Unterricht. Als wären die Lähmung des Landes, die Ausgangssperre und die damit verbundenen Trainingseinschränkungen nicht schon genug für die 17-Jährige, ist nun auch Valentinas grosses Saisonhighlight, die U18-EM, gestrichen worden. Sie wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Absage in diesem Jahr kam angesichts der Umstände in Italien nicht unerwartet und doch ist die tatsächliche Verschiebung hart für Valentina. Ihre Qualifizierung wäre reine Formsache gewesen, zudem war sie als zweifache EYOF-Medaillengewinnerin einer weiteren Medaille an einem Grossanlass sehr nahe. Über die Absage der U18-EM ist Valentina sehr enttäuscht: „Ich finde es mega schade und ich bin sehr traurig, aber ich glaube, es ist die richtige Entscheidung. Vielen anderen Athletinnen und Athleten geht es gleich. Es ist besser, dass wir nun Zuhause und gesund bleiben“, sagt Valentina.

Auf unserer Facebook- und Instagram-Page erzählt Valentina in einem Video, wie sie die ganze Situation während ihrem Austausch erlebt!


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